Resolution für den Bau des InklusionsSportparks am Standort des Jahnsportparks

Resolution für den Bau des InklusionsSportparks am Standort des Jahnsportparks
übergeben am 31.08.2020

Sehr geehrter Herr Senator Geisel,
sehr geehrter Herr Senator Scheel,
sehr geehrte Frau Senatorin Breitenbach,
sehr geehrte Frau Senatorin Günther,
sehr geehrte Abgeordnete,

die Konferenz der Berliner Beauftragten für Menschen mit Behinderung  und der Landesbeirat für Menschen mit Behinderung haben auf ihren Sitzungen am 19. August 2020 und 02. September 2020 einstimmig folgende Resolution verabschiedet: 

Im Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode 2016- 2021 hat sich die rot-rot-grüne Koalition darauf verständigt, den „Jahn-Sportpark prioritär zu einer inklusiven Sportanlage zu entwickeln“ (S.240). Dies entspricht auch dem übergeordneten Ziel „Den bisherigen Beitrag des Landes Berlin für die Förderung von Projekten der Integration, Inklusion, Gesundheit, Senioren, Mädchen- und Frauenförderung (Teilhabeprogramm), (zu) … erhöhen“. (vergleiche S.241)

An dieser Zielsetzung wird aktuell festgehalten, denn auf die Schriftliche Anfrage (Drucksache 18/23 523) von Andreas Statzkowski (CDU) vom 03.06.2020 führte Herr Staatsekretär Dzembritzki auf die Frage 4. „Inwieweit strebt der Senat von Berlin den Bau eines barrierefreien Stadions und des Sportparks für Sportler und Sportlerinnen sowie für die Zuschauer an?“ aus: „Ziel des Ersatzbauvorhabens ist eine insgesamt inklusive Sportanlage. Dies umfasst Barrierefreiheit für Sporttreibende, Besuchende und Mitarbeitende in allen Bereichen der Sportanlage. Die Nutzung für Menschen mit Behinderung soll nicht auf Teilbereiche der Sportanlagen, der Besucherbereiche und der Arbeitsräume beschränkt bleiben. Ziel ist eine vollumfängliche Teilhabe an Freizeit- und Sportaktivitäten im Sinne von Artikel 30 Absatz 5 UN-Behindertenrechtskonvention zu ermöglichen.

Der Inklusionsansatz des Senats geht über bauliche Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen hinaus. Die Schaffung einer Inklusionssportanlage bedeutet, dass in der Sportanlage alle Menschen mit und ohne Behinderungen unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, persönlichen Fähigkeiten oder Vereinsbindung gleichberechtigt an der Sportausübung und an Sportveranstaltungen teilnehmen können.“

Auch in dem vorliegenden Entwurf „Berliner Maßnahmenplan 2020 bis 2025 zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, welcher im Rahmen der jeweiligen AG Menschen mit Behinderungen in den Senatsverwaltungen erörtert wurde, ist im Handlungsfeld „Sport und Freizeit“ u.a. als ein Teilziel die Ertüchtigung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zu einer Inklusionssportanlage vorgesehen.

Wir, die Konferenz der Berliner Beauftragten, erkennen in diesen Beschlüssen und Aussagen die Bereitschaft des Senats, die Inklusion auch im Bereich Sport voranbringen zu wollen. Der Umbau des Jahn-Sportparks hätte zudem als ein nach inklusiven Kriterien errichteten Sportpark für ALLE eine berlinweite Leuchtturmfunktion; dies gilt insbesondere für alle in den Bezirken noch zu sanierenden und zu bauenden Sportanlagen.

Die Kernpunkte und die andere Forderungen aus der Petition „#InklusionsSportpark für Berlin! Ein Sportpark für ALLE!“ unterstützen wir mit dieser Resolution, die auch von mehreren Bezirksbeauftragten als Erstunterzeichnende unterschrieben wurde.

Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass der inklusive Stadion-Ersatzneubau, das Kompetenzzentrum für InklusionsSport (KIsS), sowie der Bau von zwei barrierefreien Sporthallen (davon eine als Forschungshalle für InklusionsSport, und eine zweite als Wettkampfhalle mit 2.000 barrierefreien Zuschauerplätzen) nicht zur Disposition gestellt werden.

Zudem unterstützen wir die Forderung aus der Petition nach der Einbeziehung von Nutzerinnen und Nutzern mit Behinderung in die Bedarfs- und Bauplanung für den InklusionsSportpark als (Sport-) Expertinnen und Experten in eigener Sache nach dem Motto: „Nichts über uns ohne uns!“.

Das Gremium bittet Sie, diesen Beschluss bei Ihrem weiteren politischen Handeln zu berücksichtigen und auf die entsprechenden Stellen in diesem Sinne Einfluss zu nehmen.

Einer Antwort bis zum 15.09.2020 sehen wir mit Interesse entgegen.

Mit freundlichem Gruß

Christine Braunert-Rümenapf
Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung
Im Namen der Konferenz

Kathrin Geyer

Vorsitzende Landesbeirat für Menschen mit Behinderung

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